Informationsabend am 02.02.2010 - Rund um das Thema Pflege


Der Informationsabend zum Thema Pflege, besetzt mit Fachleuten aus den unterschiedlichen Pflegebereichen, bot den interessierten Zuhörern im Euro Club Denia einen Überblick über den derzeitigen Stand der Möglichkeiten an der Costa Blanca.

Der Organisator des Abends, Klaus Bufe, gab in seinen Eingangsworten zunächst einen kurzen Rückblick auf den letztjährigen Informationsabend zum Thema "Soziale Absicherung der Residenten", mit dem Sozialrefenten der Deutschen Botschaft in Madrid, Herrn Dr. Fuchs. Das damals noch ausstehende Urteil zur Zahlung von Pflegesachleistungen ließ zu dieser Zeit noch auf eine positive Entscheidung hoffen, mittlerweile ist aber vom Europäischen Gerichtshof ein ablehnendes Urteil in dieser Sache ergangen. Vor vierzehn Tagen teilte Dr. Fuchs in einer Veranstaltung in der Clinica Glorieta allerdings mit, dass inzwischen von der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland in dieser Sache eingeleitet worden ist. Es bleibt abzuwarten, wann und in welcher Form nun eine Entscheidung herbeigeführt wird.

Das Thema Pflege im Alter und besonders im Ausland beschäftigt einen großen Teil der hier ansässigen Residenten und Langzeiturlauber, denn die Erhaltung der Gesundheit und ein ruhiger gesicherter Lebensabend sind nun einmal mit die wichtigsten Punkte. Die an diesem Abend anwesenden Vertreter verschiedener Organisationen gaben daher einen Überblick über die Möglichkeiten der ambulanten als auch der häuslichen und stationären Pflege, wobei auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und auch die Kostenseite behandelt wurden.

Frau Nowarre von DiaCare, die einen Pflegestützpunkt in Calpe betreiben, dessen Träger die Diakonie Neuendettelsau ist, berichtete von den Erfahrungen und Möglichkeiten der ambulanten und häuslichen Pflege und stellte ein Hausnotrufsystem vor.

Ergänzende Informationen und einen Überblick über Leistungen lieferte dann Frau Jadzenski von Amabilis, einem ebenfalls deutschen Unternehmen, zusammen mit ihrer Kollegin, die den Aufbau von Pflegestützpunkten an der Costa Blanca als Zielsetzung haben.

Frau Welchering von der Seniorenresidenz Montebello gab dann unter anderem einen Überblick über die Pflegestufen und die daraus resultierenden finanziellen Zuwendungen. Außerdem sprach sie über das von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt angekündigte Modellprojekt zur Unterstützung Deutscher Altersresidenten in Spanien, das diese bei ihrem letztjährigen Besuch in Els Poblets angekündigt hatte.

Als Vertreterin der DKV Servicios stellte Frau Koslowski, die an diesem Abend extra aus Barcelona eingeflogen war, das Telefonberatungsprojekt in deutscher Sprache vor, das zusammen mit der Deutschen Botschaft entwickelt worden war.

Im Anschluss berichtete der Leiter der Clinica Glorieta, Herr Dr. Meyer-Josten, von seinen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit den deutschen Krankenkassen.

Klaus Bufe schloss die Veranstaltung mit einem, wie er es nannte "Bewegungsaufruf". Er plädierte für eine Unterstützung des EU-Vertragsverletzungsverfahrens und des Modellprojekts zur Pflegeberatung. Und wenn Krankenkassen wie die TKK und die AOK Rheinland gemeinsam mit dem Slogan "Europa wird mobil und grenzenlos" für ihre Verträge mit Krankenhäusern in vielen europäischen Ländern werben – nur Spanien ist nicht dabei – so sollte man sich auch für diese Dinge stark machen. Daher sind alle Interessierten aufgerufen, am 22. Februar um 19:30 Uhr in der Bar ISA an einem Informationstreffen teilzunehmen. An diesem Treffen wird auch Herr Dr. Meyer-Josten teilnehmen. Nähere Informationen dazu gibt es demnächst auf der Homepage des Euro Club.

Gerhardt Rohner