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Tagesfahrt nach Cartagena
am 19. April 2011
„Frau
Gisselmann-Lappe, Sie müssen unbedingt die Reise
nach Cartagena verschieben! An diesem Tag kommt ein
Kreuzfahrtschiff an und einige Tausend Touristen
werden die Stadt überschwemmen! Wir bekommen weder
einen Reiseführer noch ein Restaurant im Ort!“.
Dieser aufgeregte Anruf erreichte mich wenige Tage
vor der Reise. Was mache ich? Mal eben einen neuen
Termin mit 50 Teilnehmern abstimmen, die sich zum
Teil noch in Deutschland aufhielten? Sehr mühsam, ja
quasi unmöglich. Andererseits, was macht es, wenn es
50 Touristen mehr in Cartagena gibt. Ich entscheide:
Wir fahren.
Der Tag
beginnt mit Sonnenschein. Alle Reisenden sind
pünktlich und der vollbesetzte Bus macht sich auf
den langen Weg. Je mehr wir uns Cartagena nähern,
desto mehr versteckt sich die Sonne. Und zum ersten
Mal in der Geschichte der ECD-Reisen regnet es, als
wir in Cartagena aussteigen. Zum Glück müssen wir
jetzt nicht im Regen hinter einem Fremdenführer
durch den Ort platschen; alles hat eben auch seine
guten Seiten. Die Gruppe verteilt sich schnell.
Einige gehen direkt in die Altstadt mit seinen
vielen Sehenswürdigkeiten. Andere nutzen den
Touristenomnibus zur ersten Information und wieder
Andere besichtigen den Ort zunächst von der
Wasserseite mit einem Boot.
Später
trifft man sich beim Bummel durch die Altstadt im
Sonnenschein wieder, um seine Erfahrungen
auszutauschen. Marinemuseum, Hafenanlage, Burg,
römisches Theater, Casino (nicht Spielcasino sondern
Treffpunkt der Männer), Rathaus, Kirchen, alte
Häuser, schöne Plätze; für jeden ist wohl etwas
dabei.
Mir
kommt Cartagena wie eine große Baustelle vor: das
Restaurierte sieht schon ganz gut aus. Jedoch sind
die vielen Bauzäune und viele vernachlässigte
Gebäude, von denen einige nur noch aus einer Fassade
bestehen, nicht zu übersehen. Mal sehen, was in
einigen Jahren daraus geworden ist.
Pünktlich treffen sich alle wieder beim Bus, der uns
in den Randbezirk zum Essen bringt. Es herrscht eine
lockere und ausgelassene Stimmung.
Das
Kreuzfahrtschiff habe ich wohl gesehen, jedoch habe
ich die damit angekommenen "tausende von Touristen"
nicht bemerkt.
Vielen
Dank an die disziplinierte Gruppe, die es
hervorragend verstand sich alleine in einer fremden
Stadt umzusehen. Sicher eine ganz andere, neue
Erfahrung.
Waltraud Gisselmann-Lappe
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