|
Valencia
22.
Februar 2011
Die Nacht war sehr stürmisch gewesen und
hatte mich kaum schlafen lassen, denn
eine Stadtbesichtigung im Sturm würde
mir nicht gefallen. Jetzt ist es 9 Uhr
und es geht los, Richtung Valencia. Der
Bus ist voll besetzt und wir sind alle
gespannt, was der Tag uns diesmal
bringen wird.
Claudia, unsere Guia vom letzten Jahr,
wartet schon vor der Casa de Caramelos
und wir winken ihr vom Bus aus zu. Der
Wind hat sich zum Glück gelegt.
Nach kurzer Abstimmung mit Ricardo, dem
Conductor, laufen wir zum
archäologischen Museum La Almoina. Wir
werden schon erwartet. Auf Grund der
räumlichen Enge im Museum werden zwei
Gruppen gebildet und abwärts geht es,
unter die Straßen von Valencia. Von der
Guía des Museums erfahren wir, dass
Valencia, ursprünglich eine griechische
Gründung, im 2. Jh. V. Chr. von
römischen Legionären zur bedeutenden
Kolonie Valentia gemacht wurde. Die
Ausgrabungen, über die wir auf Glaswegen
gehen, zeigen die direkte Verbindung der
damaligen Stadt zur Via Augusta in Rom
einerseits und Cadiz, dem westlichen
Ende des römischen Reiches andererseits.
Alle Straßen waren an dieser
Nord-Süd-Verbindung parallel oder
rechtwinkelig ausgerichtet und wiesen
bereits integrierte und
wartungsfreundliche Abwasserkanäle auf.
Die damalige Einwohnerzahl von 4.000 und
die riesigen Gebäude lassen uns die
Bedeutung der Stadt für das römische
Reich erahnen.
Ausgrabungen aus jüngerer Zeit (12. Jh.
N. Chr.) runden das Bild ab und zeigen
die bewegte Geschichte der Stadt und die
Kämpfe um sie. Leider besteht keine
Möglichkeit alles freizulegen, denn das
würde bedeuten, dass Teile der darauf
gebauten Stadt, z. B. die Basilika,
abgerissen werden müssten.
Nach dieser eindrucksvollen Einführung
in die Geschichte Valencias geht es zu
Fuß weiter Richtung Markthalle, wo wir
die Gelegenheit zu einem kleinen Imbiss
nutzen.
Von dort holt uns Ricardo ab und wir
sehen uns das heutige Valencia vom Bus
aus an. Wir erfahren, wie hoch das
Hochwasser gestanden hat, das zur
Umleitung des Rio Turia geführt hat,
sehen die Stadt der Wissenschaft und
Künste (Ciudad de las Artes y las
Ciencias), entworfen vom spanischen
Architekten Santiago Calatrava und
gelangen über die Formel-1-Strecke zum
Hafen mit den Gebäuden der Americas Cup
Teilnehmer.
Am Stadtstrand verabschieden wir uns von
Claudia, die uns wieder einmal mit ganz
viel Wissen und Charme ihre Stadt nahe
gebracht hat.
Wir haben noch Zeit, um uns die
Strandpromenade anzuschauen. Sie bietet
für jeden etwas: Bewegung für die Einen
bei einem Spaziergang im feinen Sand,
Essen und Trinken für die Anderen in
einem der unzähligen Restaurants.
Um 17 Uhr treffen wir uns alle am Bus,
um die Heimreise anzutreten.
Valencia war wieder einmal eine Reise
wert.
Hans-Jürgen Lappe
|
Zum Vergrößern auf die
Bilder klicken! |
|