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10. Juni 2010 - Tagesfahrt nach Simat de Valldigna / Gandia

Der Tag fängt ungemütlich an. Ausgerechnet Heute, wo wir unsere Tagesfahrt machen wollen, muss es regnen. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Trude hatte mir doch gesagt: "Immer wenn der ECD eine Fahrt gemacht hat schien die Sonne". Egal, ab nach Denía.

Zehn vor acht. Alle Mitreisenden sind da, aber wo bleibt der Bus? Hat der Unternehmer evt. vergessen, dass wir ausnahmsweise mal an einem Donnerstag fahren? Nein, alles OK, da kommt er schon. Beinahe hätte ich Vicente, den Fahrer, mit seinem neuen Kurzhaarschnitt gar nicht erkannt. Begrüßen wir zunächst einmal die Mitreisenden und den Fahrer, danach geht es los, der Sonne entgegen.

Valldigna ist schnell erreicht (kaum zu glauben, aber der Himmel ist ziemlich klar). Es bleibt noch ausreichend Zeit für einen Kaffee. Danach besichtigen wir das, was vom Monasterio Santa Maria de Valldigna noch existiert bzw. bereits restauriert wurde. Wir erfahren:

Es wurde von Jaume II, dem Gerechten, gegründet. Wie die Legende besagt kam der König, nachdem er in der Gegend von Alicante und Murcia gegen die Muselmanen gekämpft hatte, durch dieses Tal mit Namen Alfándec. Beim Anblick von soviel Schönheit und Fruchtbarkeit soll er dem Abt des Zisterzienserklosters Santes Creus gesagt haben: "Ein Tal, würdig (Vall digna), ein Kloster Eurer Religion zu beherbergen." Der Abt antwortete: "Herr, Vall digna (das Tal ist es wert)!" Am 15. März 1298 übergab Jaume II öffentlich dem Abt von Santes Creus die Ländereien, um dort ein Kloster zu gründen. Seither trägt das Tal den Namen Valldigna. Nach einer bewegten Zeit - 2 Erdbeben, Erweiterungen im 17. und 18. Jh., Privatisierung im 19. Jh., Verlust des Kunstschatzes und Verfall der Gebäude - hat es die Generalitat Valencia 1991 erworben und die ersten Schritte zur Wiederherstellung unternommen. Ein langer und teurer Weg.

Beinahe hätte ich es vergessen: "Bitte alle noch mal zum Gruppenfoto ans Tor bitte!"  Anschließend fährt Vicente uns zum Strand von Gandia. Bewundernswert, wie er das bei den engen Strassen mit den vielen Falschparkern immer macht, ich hätte schon mit unserem Pkw
alle Hände voll zu tun. Wegen des Regens hat wohl niemand Badezeug mitgebracht. Inzwischen ist es verd… heiß geworden. Ich habe nach der vielen Lauferei Hunger. "Hat jemand eine Idee wo wir etwas Gutes zu Essen bekommen?" Günter war vor Jahren schon mal hier und sein Tipp, Acuarium - Buffet libre, zeigt uns eindrucksvoll die spanische Tapasküche. Einfach grandios und das zum kleinen Preis. Durch die Hitze und gegen den sandhaltigen Wind mit vollem Bauch zum Bus; eine Strapaze. Hätte ich besser etwas weniger gegessen.

Vicente findet zielsicher den großen Parkplatz in der Nähe des Ducal Palastes. Wir müssen nur noch zu Fuß den Rio Serpis überqueren, dann beginnt pünktlich um 16 Uhr die Führung durch den Herzogspalast der Borgias, einem bestechenden Beispiel herrschaftlicher Baukunst. Leider wird ein Teil der Räume gerade restauriert und kann nicht betreten werden. Auch die Besichtigung der Colegiata, eine über einer islamischen Moschee erbaute gotische Kirche bleibt uns verwehrt, da sie zurzeit nur für Messen geöffnet wird. Schade, besichtigen wir stattdessen die Einkaufstrasse. Hier kann man auch das eine oder andere "Andenken" (Kleid, Bluse, T-Shirt etc.) erwerben.

Die Klimaanlage im Bus macht die Rückfahrt ganz angenehm. Wie gut, dass Trude wieder bestätigt wurde. Wenn der ECD reist dann scheint tatsächlich die Sonne.

Waltraud Gisselmann-Lappe

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