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Marokkoreise vom 9. bis 17. April
2010
Am 9.4. früh morgens startete der EuroClub Denia seine Reise
nach Marokko. Bei Algeciras schifften wir uns zur Überfahrt nach
Ceuta ein, einem Teil Spaniens auf dem afrikanischen Kontinent.
Vorbei an dem berühmten Felsen Gibraltars, an der engsten
Stelle, die Mittelmeer und Atlantik trennt. Nach stürmischer
Überfahrt mit bis zu 6 m hohen Wellen betraten wir afrikanischen
Boden.
Von nun an begleitete uns der Fremdenführer Lazrak. Er entpuppte
sich als eine Perle orientalischer Erzählkunst, in dem er
anschaulich die Lebensweise der Moslems von der Geburt, über
Taufe, Beschneidung (nur Jungen) und Hochzeit berichtete. Er
erwies sich als Wortschöpfer deutscher Sprache, indem er die
Begriffe "ausbussen" (aus dem Bus aussteigen) und "einbussen"
(in den Bus einsteigen) kreierte.
Ganz anders als erwartet eröffnete die Landschaft einen Blick
auf weiße, schneebedeckte Gipfel des Rif- und Atlasgebirges.
Grüne Wiesen durchzogen mit fruchtbaren Äckern, auf denen vor
allem Frauen mühselig den Boden bearbeiteten. Viele Herden von
Schafen, Kühen, Pferden und Ziegen säumten die Straßen, auf
denen Esel und Maultiere mit hochbeladenen Karren ihren Weg
trabten. Die zu Tal strömenden Bäche und Flüsse mündeten oft in
große Stauseen. Sie bewässern die Gebiete der fruchtbaren Meseta
zwischen Küste und Rifgebirge. Einzelne Höfe, kleinere Dörfer
erscheinen rechts und links der Straße in teilweise erbärmlichen
Zustand.
An den folgenden Tagen besuchten wir die Königsstätte Fes,
Meknes, Marrakech und Rabat. Allen haftet ein Zauber des
Augenblicks als Städte der Sinne an. Enge Gassen dem Gewirr
eines Labyrinths ähnelnd, grünblau schimmernde Mosaiken im
Sonnenlicht. Es duftet nach Gewürzen und Jasmin.
Wir folgen dem Ruf der Medina, in der Kunsthandwerker und
Händler ihren vielfältigen Aktivitäten nachgehen. Im ständigen
Wirbel schiebt sich der Strom der Menschenmasse durch enge
Gassen, überbaut von Arkaden. Den Eingang zur Medina bildet ein
Monumentaltor. Klopfen, Hämmern, Düfte, Anpreisen der Ware
gehören zum Alltag. Überragender Mittelpunkt in Marrakech das
schöne Minarett der Moschee Kaoutoubia, erbaut vom Baumeister
der Giralda in Sevilla. Sie stammt aus der Almohadenzeit. Die
Fenster gliedern sich in Rautengeflecht, Blendbögen und normalen
Kacheln. Das Innere der Moschee, die von Nichtmoslems nur
vereinzelt betreten werden kann, finden sich kalligraphische
Lobreisungen des wahren Gottes der Muslime. Das Bilderverbot des
Korans brachte den arabischen Künstler zu unübertroffenen
Mosaikfayencen mit feinster Verzierung und filigranen Arabesken.
Besonders zu erwähnen der Bahia Palast (auch strahlende
Schönheit genannt). Er diente 1962 als Kulisse für den Film
"Lawrence von Arabien".
Nach diesem
ausführlichen Besuch der Stadt führte eine herrliche Fahrt in
ein Tal der Berber im Atlasgebirge. In einem Haus, "Ksar"
genannt, erkannte man die Bauweise. Lehm, Flusskiesel und Stroh,
die zwischen Holzgerüste gepresst werden, sorgen für eine
angenehme Temperatur. Interessant die Zubereitung von
Pfefferminztee durch eine Berberfrau, der allen mundete.
Als weitere Stadt fuhren wir Casablanca an, eine Stadt mit
französischem Flair, gehörte doch Marokko bis 1956 als
Protektorat zu Frankreich. In ihr steht die Moschee Hassan II
(benannt nach dem Vater des jetzigen Königs) als geistige
Dimension von riesigen Ausmaßen, in der 20.000 Menschen Platz
finden und die mit modernster Technik ausgestattet ist.
Der vorletzte Tag führte die Reise nach Tanger, vorbei an der
atlantischen Flanke, wo Korkeichen, Atlaszedern und weite
Ackerflächen, bebaut mit Bananen, Sonnenblumen und Getreide, zu
finden sind.
Nach Übernachtung in Tanger und er Küstenrundfahrt bis Ceuta
endete für den EuroClub die Reise.
Für die Meisten öffnete sich durch ein freundliches tų as saluma
alȇkeum
eine neue Tür nach Marokko, mit Medinas und Minaretten aus 1001
Nacht. Aber auch die grüne, fruchtbare Landschaft und
schneebedeckten Berge vor allem Nordmarokkos faszinierten.
Bleibt, last but not least, den Reiseführern Waltraud
Gisselmann-Lappe und ihrem Ehemann Jürgen Dank zu sagen für das
Wagnis, Nordafrika als Reiseziel zu planen. Nicht vergessen darf
man auch den langjährigen Fahrer des EuroClubes Vicente, der uns
durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse in den Medinas als
wahrer Künstler sicher kutschierte.
Hermann Rumm
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Harte Jobs im Gerberviertel |
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Gruppe vor der Kaoutoubia |
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