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Tagesfahrt nach Elder / Petrel am 16.03.2010


Dienstagmorgen 7 Uhr: Eiskratzen an den Autoscheiben. Na, das kann ja heiter werden.
Wollten wir zum Wintersport an die Costa Blanca?
Auf dem Weg nach Denia sehen wir die Sonne über dem Meer aufgehen: na geht doch.

Mit uns zeitgleich kommt der Bus an und danach, in kurzen Abständen, die Teilnehmer. 8 Uhr, wir könnten losfahren. Stopp, eine Person fehlt noch. Reiseleiterin Waltraud überbrückt geschickt einige Minuten Wartezeit, um die Teilnehmer zu begrüßen und den Tagesablauf bekannt zu geben. Währenddessen sind wir komplett; jetzt geht es wirklich los.

Ankunft um 9:30 Uhr in Petrel. Anmeldung per Handy bei den örtlichen Fremdenführern. Nach 10 Minuten ist noch immer niemand zu sehen; das kommt mir irgendwie bekannt vor (s. Valencia). Ein 2. Anruf klärt alles schnell auf und kurze Zeit später sind Paula (Guia) und Tamara (Übersetzerin) im Bus. Sie stellen sich kurz vor und Tamara liest die Planung für den Tagesablauf vor.
In der Zwischenzeit rangiert Vicente meisterhaft den Bus durch die engen Gassen der Altstadt von Petrel in Richtung Castillo. Ich bin froh, dass wir mit dem kleinen Bus unterwegs sind, andernfalls wären sicherlich einige Falschparker zu Kunden für den Abschleppdienst geworden.

Mit zwei Reiseführern von Petrel gehen wir zu Fuß durch noch engere Gassen zum Castillo hinauf. Extra für uns wird die Pforte aufgeschlossen und wir können uns in der Grenzfestung zwischen Mauren- und Christenreich aus dem 11. bis 12. Jahrhundert umsehen. Dicke Mauern, Schießscharten, ein hoher Turm. Interessant sind Reste des Pflasters aus dem 12. Jahrhundert. Leider gaben die Fremdenführer ihr Wissen nicht an uns weiter. Selbst auf Nachfrage fielen die Antworten oft sehr karg aus. Schade.
Während des Rückweges konnten wir uns noch die Cuevas anschauen: Wohnungen, die in den Burgfelsen gehauen waren. Sehr geräumig. Wir waren überrascht. Viele Zimmer mit alten Gegenständen und Möbeln anschaulich ausgestattet.

Zurück zum Bus und wieder im Slalom durch die Gassen zu den Outletstores für Taschen und Schuhe, dem eigentlichen Ziel aller anwesenden Damen. Taschen fanden viele neue Besitzerinnen. Bei Schuhen war es eher verhaltener, obwohl einige sehr schöne Modelle dabei waren.

13 Uhr: Auf zum Mittagessen nach Elder. Von Petrel mit dem Charm der alten Gassen und Häuser ging es nun relativ abrupt in das von Neubauten geprägte Elder.
Das Restaurant La Mesera war sehr ansprechend und das Menü reichhaltig und hervorragend.

Pünktlich um 15 Uhr ging es weiter zur Schuhfabrik. Auf dem Weg dahin erzählte uns Tamara einiges über die beiden Orte und zeigte uns im Vorbeifahren das berüchtigte Zigeunerviertel.
Der Rundgang durch die Schuhfabrik zeigte uns in beeindruckender Weise den Werdegang des Schuhes von der Übertragung der Idee auf Papier, über den Prototyp bis zur Serienfertigung. Wir konnten 40 Mitarbeitern über die Schulter und auf die Finger schauen, während sie die Tagesproduktion in der Größenordnung von bis zu 800 Paar fertigten.
Nun kann sich wohl jeder der Teilnehmer vorstellen, warum gute Schuhe einen hohen Preis haben.

Die Nächste Station war das Schuhmuseum. Der sehr kompetente Führer erzählte uns einiges über die Entwicklung des Schuhmacherhandwerkes in Elder / Petrel. Wir bestaunten:
- diverse Nähmaschinen, darunter viele von der Firma Singer
- Schuhe aus der Antike an denen wir erkennen konnten, dass hohe Plateau-Sohlen keine Erfindung 
   unserer Zeit sind
- Schuhe von berühmten Personen
- Schuhe, die zu Masken umgestaltet waren
- den größten (Größe 525) und den kleinsten (Größe 8) Schuh der Welt u.v.m.

Waltraud beantwortete im Interview mit dem Regionalfernsehen Elder einige Fragen über die Gruppe und unsere Tagesfahrt.
Der letzte Punkt dieser Reise war ein weiterer Outletstore mit überwiegend Schuhen. Letzte Möglichkeit seine Füße neu einzukleiden.

Die Rückfahrt nach Denia verlief sehr ruhig, es war ein langer Tag mit vielen neuen Eindrücken.
Für mich war es ein erlebnisreicher Tag in einer angenehmen Gesellschaft. Danke auch an die Rathäuser für die Tüten mit Informationen und kleinen Geschenken.

Hans-Jürgen Lappe

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